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Neubau Elementary School, Kaiserslautern

Foto: Blick von einer Galerie in einen langgezogenen, hellen Raum mit großer Weltkarte auf blauem Boden, links eine Bühne, im Hintergrund bunte Fenster
Daten und Fakten
Firma BBGS in Arbeitsgemeinschaft mit MICKAN General-Bau-Gesellschaft mbH und Steffensky & Ringle Baugesellschaft mbH
AuftraggeberLandesbetrieb LBB
Stadt/LandKaiserslautern - Deutschland
Projektart Öffentliche Bauten
Bauzeit09.2016 - 08.2019

Starke Struktur und innere Werte.

200.000 t Erdreich bewegt.

Die BBGS erhielt 2016 den Zuschlag für den Bau der Vogelweh Elementary School in Kaiserslautern. Um EUR 28,5 Mio. errichtete eine Arbeitsgemeinschaft in drei Jahren ein modernes Gebäude. In Sachen Flexibilität und Barrierefreiheit lässt die neue Schule keine Wünsche offen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzten die Vorgaben im Rahmen des Schulbauprogramms der US-Streitkräfte perfekt um. Auch wenn der Bauprozess unserem Team hinsichtlich Nachhaltigkeit und Sicherheit einiges abverlangte.

Ein 52.000 m2 großes Grundstück innerhalb einer US-Liegenschaft im Südwesten von Kaiserslautern stand der BBGS für die Umsetzung des Projekts mit 15.500 m2 Brutto-Geschossfläche zur Verfügung. Im Zuge der Erdarbeiten und der Geländemodellierung bewegten wir 200.000 t Erdreich. Rund ein Drittel davon fand für die Neugestaltung des Geländes Verwendung, 120.000 t waren teilweise kontaminiert und mussten abtransportiert und entsorgt werden.

 

Verstärkte Konstruktionen.

Da das US-Militär bei diesem Projekt großen Wert auf Nachhaltigkeit legte, verarbeiteten wir hauptsächlich regionale Baustoffe mit einem hohen Anteil an Recyclingmaterial. Der eingesetzte Beton etwa beinhaltet 97 % Altstoffe. Zudem setzen wir vor allem helle Materialen ein, um die Räume freundlicher zu gestalten. Sogar die Regenwasserableitung erfolgt nachhaltig: Das Wasser läuft verzögert in unterirdisch verbaute Pufferspeicher und versickert dort. Das Regenwasser der Dächer dient zur Bewässerung der Grünanlagen. Begrünte Dächer unterstützen zudem das Wassermanagement und verbessern das Mikroklima. Wir streben hier eine LEED-Zertifizierung in Silber an.

Neben dem Nachhaltigkeitsgedanken richtet sich der Fokus bei Gebäuden des US-Militärs auf die Sicherheit. Die BBGS setzte bei der Schule daher auf eine monolithische Stahlbetonkonstruktion. Die Glasfassaden und die Fenster sind mit Stahlkonstruktionen verstärkt und haben eine 3-Scheiben-Sicherheits-Spezialverglasung. Außerdem sind alle Deckenabhängungen zusätzlich gesichert.

Bauliche Herausforderung.

Sehen lassen kann sich der Gebäudekomplex auch im Inneren. Vor allem der Commons, ein großer Gemeinschaftsbereich, der das Herz der Schule bildet und von allen wichtigen Gebäudeteilen aus zugänglich ist. Der Haupteingang befindet sich an der Nordostseite. Dort werden auch die Zutrittskontrollen durchgeführt. Der Verwaltungsbereich und das Informationszentrum sind ebenso hier untergebracht.

Einem Amphitheater nachempfunden und Blickfang des Gebäudes ist das grüne Klassenzimmer im Außenbereich, wo die großzügig verglaste Nordwestfassade die Schule nach außen öffnet und als Zugang dient. Großes handwerkliches Geschick verlangten unserem Team die Schalungsarbeiten am integrierten gebogenen Bühnenturm ab, der eine abgeschrägte Oberkante aufweist. Für die Anordnung der angebrachten Tonziegel sowohl an der Außen- als auch an der Innenfassade war eine spezielle Einzelfall-Zulassung notwendig.

Bei den Neighborhoods, die Nebengebäude am Campus, haben wir uns für einen ähnlichen Aufbau wie beim Hauptgebäude entschieden. Der Gemeinschaftsbereich, der aus mehreren Lernstudios besteht, ist ein multifunktionaler Treffpunkt. Die Studios lassen sich durch mobile Trennwände beliebig in diesen Bereich hinein erweitern. Den Kindern stehen Gruppen- und Einzelräume, Kunst- und Musikräume sowie eine große Turnhalle zur Verfügung. Auch hungrig bleibt in Anbetracht der Großküche nach US-Hygienestandard bestimmt niemand.

Die BBGS konnte sich einmal mehr bei der Realisierung eines vielseitigen Projekts nach höchsten Standards auszeichnen. Inzwischen drücken dort bis zu 650 Schülerinnen und Schüler, davon über 25 % mit Beeinträchtigungen, die Schulbank.